…und dann bekommen sie Windeln an.

Das Thema Alkohol war Inhalt des zweiten WIKI-Aktionstages an der Realschule plus in Kirchheimbolanden. Drastisch und erschütternd erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Rundlauf durch 9 Stationen die Folgen alkoholischer Exzesse von Jugendlichen.
Zu Beginn stand ein Trinkspiel bei dem es darum ging, wer innerhalb einer vorgegebenen Zeit ein Wort nicht vervollständigen konnte. Die „Strafe“ für ein Versagen bei der Aufgabe war das symbolische Trinken eines Glases Wodka. In kürzester Zeit sammelten so die Jugendlichen aus den teilnehmenden Klassen eine große Anzahl an „Wodkagläsern“. Den Promillewert aus diesem Trinkspiel musste dann jeder Teilnehmer an der nächsten Station mit Hilfe eines PC-Programms ermitteln. Erstaunte Gesichter gab es bei der Langzeitwirkung von Alkohol: Viele Jugendliche waren über „ihre Promillewerte“ am nächsten Tag schwer beeindruckt. An weiteren Stationen ging es dann um die Beeinträchtigungen bei verschiedenen Betrunkenheitszuständen, Erfahrungsberichte von jugendlichen Alkoholkranken und um Therapiemöglichkeiten. Viel Aufsehen erzeugt auch ein Videointerview mit einem Polizisten der Kirchheimbolander Polizeiinspektion. Mehr als deutlich zeigte der Polizist darin die rechtlichen Folgen von Trunkenheit bei Jugendlichen auf.
Wer als Schüler oder als Schülerin seinen Laufzettel an den verschiedenen Stationen gefüllt hatte, durfte mit Hilfe eines Filmes Einblick in eine Nacht im Kinderkrankenhaus einer deutschen Großstadt nehmen. Fünf vollkommen betrunkene und hilflose Jugendliche wurden in der Dokumentation begleitet – ein Beitrag, der den Jugendlichen nochmals drastisch die Augen öffnete. Am EKG hängend, die Brechschüssel unter dem Kinn und eine Windel an, dazu die Schilderungen des Klinikpersonals und der Angehörigen - sicherlich wurde der eine oder andere Zuschauer zum Nachdenken angeregt.

Die „WIKIs“, so der Name der Gruppe unter der Leitung der Verbindungslehrerin Frau Poetsch, fanden sich durch einen Wettbewerb der Volksbank Alzey. Unter dem Titel „Wir machen uns stark gegen Drogen, Gewalt und Schulden!“ konnten Schulen eigene Konzepte entwickeln und einreichen. Mit dem zweiten Aktionstag innerhalb eines halben Jahres, erhofft sich die Gruppe natürlich ein Weiterkommen.